Haarausfall bei Männern

Um es vorweg zu sagen: Bei jedem Menschen, ob Mann, Frau oder Kind fallen ständig Haare aus. Das ist völlig normal und natürlich.
Jedes Haar hat nur eine bestimmte Lebenszeit von einem bis max. etwa fünf Jahren. Sie ist in drei Zyklen unterteilt.
Der Wachstumsphase, der Übergangsphase und der Ruhephase. Anschließend fällt das Haar aus und ein neues wächst aus der Haarwurzel nach.
  
Es ist also ganz natürlich, dass man beim Kämmen, beim Haarewaschen aber auch so, Haare verliert. Normalerweise sind es zwischen 50 und 100 Haaren, die pro Tag ausfallen. Erst wenn wesentlich mehr als mehr als 100 Haare täglich verloren gehen, muss von einem krankhaften Haarausfall gesprochen werden.

Fortschreitender krankhafter Ausfall der Haare ist ein sehr weit verbreitetes Leiden. Rund ein Drittel aller Menschen ist früher oder später davon betroffen, dass die Haare immer mehr ausgehen. Im Alter von 70 Jahren und mehr leiden sogar rund 80 Prozent aller Männer und rund 40 Prozent aller Frauen unter einem krankhaften Haarausfall.

Welche Ursachen hat das unnormale Ausfallen der Haare bei Männern?

Die Ursachen dafür können sehr vielfältig sein. Am häufigsten ist wahrscheinlich eine genetische Veranlagung. Hat der Vater lichtes Kopfhaar oder sogar eine Glatze, dann kann mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass es dem Sohn ebenso ergehen wird.

Meist sind sogar die betroffenen Stellen auf dem Kopf gleich, es kommt zu durchgehend lichtem Haar, zu den sehr häufigen Geheimratsecken, zur Stirnglatze, zur sogenannten Tonsur oder sogar zur Vollglatze.

Wissenschaftler sprechen in diesen Fällen von einer erblich bedingten (androgenetischen) Alopezie. Warum es zu dieser erblichen Form kommt, ist nicht hundertprozentig erforscht. Es wird aber abgenommen, dass in diesem Fall eine Überempfindlichkeit der Haarfollikel gegen die männlichen Sexualhormone eine wichtige Rolle spielt.
Geheimratsecken
Geheimratsecken
Aber auch auch körperliche und seelische Erkrankungen können den Ausfall der Haare auslösen. Verschiedene Infektionskrankheiten, Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktionen, Hormonstörungen und Strahlenschäden können zu vermehrt ausfallenden Haaren führen, ebenso aber auch Stress, Kummer, Drogen-und Alkoholmissbrauch sowie starkes Rauchen oder ständig zu wenig Schlaf.
Es gibt auch etliche Medikamente, die eine negative Auswirkung auf die Haarwurzeln haben. Zu ihnen gehören zum Beispiel einige Betablocker, ACE-Hemmer, Blutverdünner sowie die gegen Krebs eingesetzten Zytostatika. Allerdings sind viele Fälle von krankhaft ausfallenden Haaren durch Medikamente oder durch Stress zum Glück nur vorübergehend.
Wenn das Medikament wieder abgesetzt wird und die psychische Ausnahmesituation abklingt, erholen sich bei vielen Männern die Haarfollikel oft wieder und neue Haare sprießen.
alopecia
Haarausfall Alopecia
Eine weitere Ursache für ausfallende Haare bei Männern ist eine mangelhafte Ernährung der Haarwurzeln. Einseitige oder falsche Ernährung, Nährstoffmangel, Vitaminmangel und Eisenmangel können sie so sehr schädigen, dass die Haare immer stärker ausfallen und immer dünner und kränklicher nachwachsen.

Eine Besonderheit ist der sogenannte kreisrunde Ausfall von Haaren, die Alopecia areata. Die Ursache für die an verschiedenen Stellen am Kopf aber auch in anderen Körperregionen vorkommenden runden kahlen Stellen ist eine Autoimunreaktion. Durch fehlerhafte Signale des körpereigenen Imunsystems richten sich die eigenen Immunzellen gegen Zellen in den Haarwurzeln. Es kommt zu einer lokalen Entzündung, die schließlich zum begrenzten Ausfallen der Haare führt. Eine Alopecia areata tritt manchmal schubweise auf, sie kann unter Umständen von selbst wieder verschwinden, manchmal aber auch zu totaler Haarlosigkeit ausarten. Eine sichere Therapie gibt es nicht, oft wenden Hautärzte verschiedene Medikamente, darunter auch Kortison an. Bei einigen Patienten schlagen sie an, bei anderen aber auch nicht.
Was kann man als Mann bei Ausfall der Haare machen und wie geht man damit um? Lese hier “Hilfe bei Haarausfall”